Mit keinem anderen Bereich der chemischen Industrie hat sich Greenpeace so intensiv auseinandergesetzt wie mit der Chlorchemie.

Die Chemieindustrie produziert weltweit pro Jahr etwa 40 Millionen Tonnen Chlor, das in Form von etwa 15.000 Produkten auf den Markt kommt und früher oder später als Abfall wieder entsorgt werden muß. Jährlich gelangen mehrere Millionen Tonnen Chlorprodukte in die Umwelt. Die Mehrzahl dieser Substanzen ist schwer abbaubar und und ein erheblicher Anteil giftig. Chlorverbindungen reichern sich in der Umwelt und in Lebewesen an, bedrohen ganze Ökosysteme und schädigen die menschliche Gesundheit.


Arktische Eisbären: Über die Nahrungskette
gelangen Chlorverbindungen selbst
in entlegene Ökosysteme

Produkte der Chlorchemie werden weltweit in allen Bereichen von Produktion und Konsum eingesetzt. Die ökologischen Folgen sind ebenfalls global. Ob in der Wüste oder in der Antarktis, tief im Meer oder hoch in der Atmosphäre - überall finden sich heute Chlorverbindungen von Menschenhand.

So läßt sich das Pestizid DDT heute praktisch überall nachweisen, selbst an Orten, wo es niemals eingesetzt wurde: Im Fettgewebe arktischer Eisbären ebenso wie in antarktischen Pinguinen. Ähnliches gilt für andere Chlorchemikalien, die sich in der Nahrungskette anreichern. So mußte in einzelnen Fällen schon der Verkauf tierischer Produkte verboten werden, weil sie zuviel PCB enthielten.

Weil Chlorchemikalien so langlebig sind, sind die ökologischen Folgen auch dann noch spürbar, wenn wir längst auf die Stoffe verzichtet haben: Z. B. Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW), die die Ozonschicht zerstören. Sie wirken selbst nach einem Verbot noch lange nach, denn ihre zersetzende Wirkung entfalten sie erst mit jahrzehntelanger Verzögerung. So lange dauert es, bis sie die hohen Schichten unserer Atmosphäre erreicht haben.

Die Menge und Vielfalt der Chlorverbindungen nimmt ständig zu. Ihre Anhäufung gefährdet immer mehr Arten und bedroht ganze Ökosysteme.