PVC-Produkte: Allgegenwärtig im Haushalt

Beim Pro-Kopf-Verbrauch von Chlorchemikalien steht die Bundesrepublik weltweit an der Spitze. Umgerechnet auf den Grundstoff Chlor verbraucht jeder deutsche Bürger 60 Kilogramm im Jahr.

 


Die weitaus größte Chlormenge geht in die Produktion von wenigen überschaubaren Produktgruppen:

PVC und Dichlorethan: 30%
Polyurethangrundstoffe: 17,4%
Lösemittel: 15,5%
sonstige Chlormethane: 9,3%
Epichlorhydrin: 4,7%
Chloraromaten: 4,7%
sonstige: 18,4%


Chlorhaltige Produkte sind praktisch in jedem Bereich des öffentlichen und privaten Lebens anzutreffen: Lösemittel wie TRI oder PER, Kühlmittel wie FCKW, Hydraulik- und Trafoöle wie PCB, Holzschutzmittel und Pestizide wie Lindan oder Dichlorprop. Darüber hinaus sind chlorierte Chemikalien in Kaltreinigern, Lacklösemitteln, Klebstoffen und Treibmitteln für Dämm- und Schaumstoffe enthalten.Spitzenreiter beim Chlorverbrauch ist allerdings nach wie vor der Massenkunststoff PVC.

Alle diese Stoffe werden über kurz oder lang zu einem ökologischen Problem: Sie verdunsten, sickern in den Boden und ins Grundwasser oder sie landen in Müllverbrennungsanlagen bzw. werden in Zement- und Stahlwerken mitverbrannt, wo sie häufig zur Bildung krebserregender Gase führen. Nur wenige Produkte, zumeist aus industriellen Anwendungen, werden recycelt oder kontrolliert entsorgt. Das größte Problem ist PVC. Es wird nicht nur für Verpackungen und Konsumgüter verwendet, sondern auch im Baugewerbe und im Fahrzeugbau. Die PVC-Produkte in den zuletzt genannten Sektoren sind langlebig, müssen aber dennoch irgendwann aufwendig entsorgt werden.