ELEMENTDATEN
Position von Silicium im PSE

Silicium (OZ: 14)
IV. Hauptgruppe
Kohlenstoffgruppe
Normalzustand
Feststoff - Nichtmetall
hart, spröde, dunkelgrau-glänzend, diamantähnliches Gitter
7440-21-3
14
28,0855
4,15

117,0 pm
26 (+4) pm
117 pm
Konfiguration [Ne] 3s² 3p²
Oxidationszahlen 4, -4
Ionisierungseng. 8,151
Dichte 2,33 g/cm³

1,90
1,7
4,77 eV

1683.0 K
1410 °C
2628.0 K
2355 °C
Natürliche Isotope
Si-32: 92,23%, Si-33: 4,67%, Si-34: 3,10%
Entdeckung
1823
Berzelius
Schweden
hartes, sprödes, dunkelgrau-glänzendes Nichtmetall; diamantähnliches Gitter

Silicium

Symbol: Si
Ordungszahl: 14

IV. Hauptgruppe (Kohlenstoffgruppe)

Namensbedeutung
Entdeckung
Vorkommen
Eigenschaften
Biologische Bedeutung
Isotope
Verwendung


Namensbedeutung

silex (lat.): Kieselstein (engl.: Silicon)

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Entdeckung

Obwohl bereits seit der Antike Quarzsande zur Glasherstellung benutzt wurden, war man sich des zugrunde liegenden Stoffes lange Zeit nicht bewußt. 1771 stellte Scheele erste umfangreiche Untersuchungen an Flußspat und dessen Säure an. Hierbei erhielt er neben Fluorwasserstoff auch Siliciumtetrafluorid. Dieses Gas hydrolysierte er zu Siliciumdioxid und bildete Hexafluorokieselsäure nach der Formel 3 SiF4 + 2 H2O --> SiO2 + 2 H2SiF6. In der Folgezeit versuchten mehrere Chemiker das "Fluorkieselgas", wie Berzelius Hexafluorkieselsäure nannte, in seine Bestandteile zu zerlegen. Doch die Versuche führten nicht weiter. 1824 wiederholte Berzelius einen Versuch, den Gay-Lussac und Thénard dreizehn Jahre zuvor durchgeführt hatten, indem er Siliciumtetrafluorid mit erhitzte. Die Reaktionsprodukte wusch er ausgiebig mit Wasser und erhielt, nachdem er Kaliumfluorid und Fluorosilicat entfernt hatte, eine Substanz, bei der es sich um amorphes Siliciumpulver handelte. 1865 reduzierte der russische Chemiker Bektow Siliciumtetrachlorid mit dampfförmigen und erhielt wesentlich reineres Silicium.

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Vorkommen

Silicium gehört mit Kohlenstoff, Germanium, und zur Kohlenstoffgruppe und ist nach das häufigste Element der Erdkruste. Am Aufbau der Erdkruste ist es zu 27,8 Gewichtsprozent beteiligt. Es kommt natürlicherweise nicht elementar vor. Seine wichtigsten natürlichen Erscheinungsformen sind Siliciumdioxid und Silikate. Die Erscheinungsformen der Silicium-Mineralien sind äußerst vielfältig. Siliciumdioxid bespielsweise tritt je nach Reinheit und Kristallhabitus in Form von Sand, Quarz, Bergkristall, Kiesel und Feuerstein sowie als Halbedelstein bzw. Edelstein Achat, Jaspis und Opal auf. Siliciumdioxid ist darüber hinaus Bestandteil von Gesteinsarten wie Granit oder Gneis. Weitere Silicium-Mineralien sind: Granat, Koalinit, Olivin, Phenakit, Spodumen, Talk und Serpentin. − Das Element in Reinform wird gewöhnlich durch Reduktion von Siliciumdioxid mit Kohle, oder gewonnen. Hochreines Silicium erhält man durch thermische Zersetzung von ultrareinem Trichlorsilan (SiHCl3) in einer Wasserstoffatmosphäre.

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Eigenschaften

Silicium ist ein hartes, sprödes, dunkelgrau-glänzendes Nichtmetall mit diamantähnliches Gitterstruktur. Je nach Art der Herstellung kann man Silicium aber auch als amorphes Pulver erhalten. Bei kristallinem und amorphem Silicium handelt es sich nicht um zwei Modifikationen, da sie sich nicht in der Kristallstruktur, sondern nur in der Kristallgröße unterscheiden. Entsprechend der Mohs'schen Härteskala ordnet man dem Element eine Zahl von 7 zu. Silicium ist ein typisches Halbleiter-Element, dessen Leitfähigkeit für elektrischen Strom mit zunehmender Temperatur größer wird. Durch die Dotierung mit Metallatomen läßt sich seine Leitfähigkeit steigern. − Durch die rasche Bildung einer schützenden Siliciumdioxidschicht ist das Element reaktionsträge. Kristallines Silicium hat eine geringere Reaktionsfähigkeit als amorphes. In Wasser ist das Element unlöslich. Auch Säuren − mit Ausnahme von salpetersäurehaltiger Flußsäure − greifen es nicht an. Mit erhitzten Laugen reagiert es unter Freisetzung von Wasserstoffgas. Die bevorzugte Oxidationsstufe ist +4. Die wichtigsten Silicium-Verbindungen sind: Siliciumdioxid (Quarz), Siliciumtetrafluorid, Siliciumcarbid, die Silicate und die Silicone.

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Biologische Bedeutung

Silicium ist essentiell für Kieselalgen, Kieselschwämme und Radiolarien, da es an deren Skelettaufbau beteiligt ist. Für die meisten Organismen hat es biologische Bedeutung. Silicium-Mangel führt bei Säugetieren zu Wachstumstörungen. − Für Quarz wurde in Deutschland für den Arbeitsschutz ein Grenzwert von 0,15 mg/m3 und für quarzhaltigen Feinstaub von 4 mg/m3 (MAK) definiert.

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Isotope

Silicium hat drei stabile Isotope, von denen Si-28 mit 92,23% den größten Anteil hat. Danach folgen Si-29 mit 4,67% und Si-30 mit 3,10%. Außerdem sind acht Radionuklide bekannt. Si-32 hat mit 101 Jahren die längste Halbwertszeit. Am schnellsten zerfällt Si-24 mit 103 Millisekunden.

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Verwendung

Silicium ist der wichtigste Grundstoff der Halbleitertechnik. Aus ihm werden Computermikrochips, Transistoren und Solarzellen hergestellt. Für diese Anwendungen muß es in höchster Reinheit produziert werden. Die Weltproduktion von höchstreinem Silicium liegt bei 5000 Tonnen pro Jahr. Die wichtigste Siliciumverbindung − das Siliciumdioxid − dient als glasbildende Komponente in der Glasindustrie. Siliciumverbindungen sind außerdem Bestandteile von Steingut, Porzellan und Zement.




Rutherford Online - Lexikon der Elemente 2006
Elementbeschreibungen: Silicium
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