Selen
Symbol: Se
Ordungszahl: 34
VI. Hauptgruppe (Chalkogene)
Namensbedeutung
Entdeckung
Vorkommen
Eigenschaften
Biologische Bedeutung
Isotope
Verwendung
Namensbedeutung
selene (grch.): Mond; wegen der Vergesellschaftung mit Tellur (tellus: Erde) (engl.: selenium)
Entdeckung
Der schwedische Chemiker Jöns Jakob Berzelius entdeckte 1817 das Element bei der eingehenden Untersuchung von Bleikammerschlamm. Wegen seiner Nähe zu Tellur − tellus ist der lateinische Begriff für die Erde − nannte er es Selen.
Vorkommen
| Häufigkeiten | in % | in ppm |
| Weltall | 0,000003 | 0,03 |
| Sonne | 0 | 0,0001 |
| Erdkruste | 0,000005 | 0,05 |
| Meer | 0,00000005 | 0,00045 |
| Mensch | 0,000005 | 0,05 |
Es ist nach Sauerstoff und Schwefel das dritthäufigste Chalkogen. Das Element ist auf der Erde recht selten und am Aufbau der Erdkruste nur mit etwa 0,00001 Gewichtsprozent beteiligt. In kleinen Mengen kommt Selen gediegen vor. Bekannte Selen-Mineralien sind Clausthalit und Naumannit, die üblicherweise mit Schwefelmineralien vergesellschaftet sind. Selenide findet man auch in Zinkblende und Kupferkies.
Eigenschaften
Selen tritt in mehreren Modifikationen auf: metallisch-graues, amorphes, kristallines und flüssiges Selen. Metallisches Selen ist die bis zu ihrem Schmelzpunkt von 217°C beständigste Modifikation, deren elektrischer Widerstand bei zunehmender Belichtung sinkt. Diese Modifikation besteht aus langen helikalen Ketten. − Amorphes tritt in zwei Varianten in Erscheinung; als rotes Pulver oder glasartiger Feststoff. Kristallines Selen hat wie amorphes zwei Modifikationen, deren Schmelzpunkt unter 200°C liegt. Diese Modifikationen bestehen aus ringförmigen Se8-Strukturen. Flüssiges Selen schließlich ist tiefrot und sein Siedepunkt liegt bei 685°C. − Die bevorzugte Oxidationsstufe ist +4. In seinen chemischen Eigenschaften steht Selen dem Schwefel sehr nahe. − Wichtige Selenverbindungen sind Selenwasserstoff, Selendioxid sowie Selensäure und seine Salze.
Biologische Bedeutung
Für viele Organismen − insbesondere für viele Pflanzen − ist Selen ein essentieller Mikronährstoff. Auch der Mensch nimmt täglich zwischen 0,05 und 0,3 ppm Selen auf. Im menschlichen Körper (Durchschnittsgewicht 70 kg) findet man knapp 7 mg. Selen-Verbindungen sind dagegen toxisch. Vom Säugerorganismus werden Selenite sehr gut resorbiert und verteilen sich innerhalb kurzer Zeit im Körper. Eine gewisse Anreicherung findet in den Nieren statt. Die Vergiftung mit Selenwasserstoff bewirkt beispielsweise schwere Schädigungen der Lunge. Der MAK-Wert in Deutschland für Selenverbindungen als Staub oder Rauch wurde bei 0,1 mg/m3 festgelegt.
Isotope
Selen hat sechs stabile Isotope: Se-74 (0,9%), Se-76 (9,0%), Se-77 (7,6%), Se-78 (23,5%), Se-80 (49,6%) und Se-82 (9,4%). Von den insgesamt 17 bekannten Radionukliden zerfällt Se-79 mit einer Halbwertszeit von mehr als 65.000 Jahren am langsamsten und Se-91 zerfällt mit 0,27 Sekunden am schnellsten.
Verwendung
Die Weltproduktion von Selen liegt bei jährlich 1500 Tonnen; es wird größtenteils aus dem Anodenschlamm der Kupferaufbereitung gewonnen. Wichtige Einsatzbereiche sind die Halbleitertechnik und Photozellen zur Nutzung der Solarenergie. Wegen seiner photoelektrischen Eigenschaften wird in Fotokopierern eingesetzt. Außerdem wird elementares Selen bei Herstellung von Flaschenglas zu Einfärben verwendet. In geringerem Maße findet es auch Legierungen und bei der Vulkanisation von Kautschuk Verwendung.
Rutherford Online - Lexikon der Elemente 2006
Elementbeschreibungen: Selen
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