Brom
Symbol: Br
Ordungszahl: 35
VII. Hauptgruppe (Halogene)
Namensbedeutung
Entdeckung
Vorkommen
Eigenschaften
Biologische Bedeutung
Isotope
Verwendung
Namensbedeutung
bromos (grch.): Gestank (engl.: bromine)
Entdeckung
Der französische Chemie-Assistent Antoine-Jérôme Balard fand Brom 1826. Wie das 15 Jahre zuvor entdeckte Iod wurde auch Brom erstmals in Algen gefunden. Er konnte eine unbekannte Substanz in wäßrigen Auszügen aus Meeresalgen nachweisen und dehnte seine Untersuchungen auf Wasserproben aus den umliegenden Marschlandschaften aus. Obwohl sich Balard anfangs nicht sicher war, ob es sich bei dieser Substanz nicht vielleicht um eine bis dahin unbekannte Verbindung von Chlor oder Iod handelte, konnte er doch den eindeutigen Beweis erbringen, daß es ein neues Element war.
Vorkommen
| Häufigkeiten | in % | in ppm |
| Weltall | 0,000001 | 0,007 |
| Sonne | 0,000001 | 0,009 |
| Erdkruste | 0,0004 | 4 |
| Meer | 0,0067 | 67,3 |
| Mensch | 0,0002 | 2 |
Brom kommt in der Natur stets gebunden vor. Sein Anteil an der Bildung der Erdkruste wird mit 0,0006 Gewichtsprozent angegeben. Das Element ist weit verbreitet und begleitet Chlor in seinen natürlichen Vorkommen. In Steinsalzlagerstätten finden sich zwischen 0,5 und 5% Brom! Wichtige, aber seltene Brom-Mineralien sind: Bromargyrit, Embolit, Iodembolit, die häufig mit Silbererzen vergesellschaftet sind. Deutlich höhere Werte als auf dem Festland werden im Meereswasser erreicht, wo das Element einen durchschnittlichen Anteil von 0,007% hat. Eine besonders hohe Bromkonzentration mit 5000 ppm weist das Tote Meer auf. Rechnet man diese Konzentration auf den gesamten Wasserkörper dieses Binnenmeers hoch, kommt man auf eine Gesamtmenge an Bromid von ca. einer Milliarde Tonnen.
Eigenschaften
Brom ist eine dunkelrote, beißend riechende Flüssigkeit. Neben Quecksilber ist es das einzige Element, das unter Normalbedingungen flüssig ist. Schon bei Raumtemperatur bildet es in nennenswerten Mengen dunkelrote Dämpfe. Brom ist löslich in Wasser − wobei sog. Bromwasser entsteht − und ist gut löslich in vielen organischen Lösungsmittel, wie Ethanol oder Benzol. Brom ist etwas weniger reaktiv als Chlor. Spontan und zum Teil heftig reagiert es mit fast allen Metallen zu den entsprechenden Metallbromiden. Mit Kohlenwasserstoffen kann es durch eine Additionsreaktion olefinische Doppelbindungen aufspalten, wobei Dibromide wie 1,2-Dibromethan entstehen. Die bevorzugte Oxidationsstufe ist -1. − Wichtige Bromverbindungen sind Bromwasserstoff und Bromwasserstoffsäure, Bromide sowie 1,2-Dibromethan. Bromdämpfe sind stark giftig. Der MAK-Wert für Bromgas (Br2) liegt in Deutschland bei 0,7 mg/m3.
Biologische Bedeutung
Brom ist wahrscheinlich essentiell für Rotalgen und es ist ein Pigment der Purpurschnecke. Auch für den Menschen ist es vermutlich lebensnotwendig. Die Konzentration im Blut liegt bei 5 − 10 mg pro Liter. Die Gesamtmenge des Elements in einer Person mit dem Durchschnittsgewicht von 70 kg liegt bei 260 mg. Die toxische Dosis wird mit 3 g und die letale mit mehr als 35 g angegeben. Der Geruch elementaren Broms wird von Menschen als sehr unangenehm empfunden. Auf der Haut ruft es Verätzungen hervor.
Isotope
Brom wird von zwei natürlichen, stabilen Isotopen gebildet: Br-79 (50,7%) und Br-81 (49,3%). Insgesamt 21 Radionuklide sind bekannt, von denen Br-82 mit 35,4 Stunden die längste Halbwertszeit hat. Am schnellsten zerfällt Br-80 mit einer Halbwertszeit von 80 Millisekunden.
Verwendung
Die Weltproduktion an Bromid liegt jährlich zwischen 330.000 und 550.000 Tonnen. Brom und seine Verbindungen werden in den unterschiedlichsten Bereichen eingesetzt. Der bei weitem größte Anteil von Brom wird für die Herstellung von Dibromethan verwendet, der in Vergaserkraftstoffen als Antiklopfmittel dient. Bromverbindungen werden zu Begasungsmitteln für Konservierungszwecken, zu Insektiziden und zu Flammschutzmitteln verarbeitet. Außerdem findet es in Arzneimitteln, der Fotografie und in Farbstoffen Verwendung.
Rutherford Online - Lexikon der Elemente 2006
Elementbeschreibungen: Brom
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