ELEMENTDATEN
Position von Silber im PSE

Silber (OZ: 47)
1. Nebengruppe
Kupfergruppe
Normalzustand
Feststoff - Metall
verformbar, silbern; oktaedrische Kristallstruktur
7440-22-4
47
107,8682
4,20

144,4 pm
113 (+1) pm
134 pm
Konfiguration [Kr] 4d10 5s
Oxidationszahlen 2, 1
Ionisierungseng. 7,576
Dichte 10,49 g/cm³

1,93
1,4
4,44 eV

1235.08 K
961,9 °C
2485.0 K
2212 °C
Natürliche Isotope
Ag-107: 51,83% (44,3 s)* Ag-109: 48,17% (39,6 s)* *Beide Isotope sind metastabil. in Klammern: HWZ des metastabilen Zustands
Entdeckung
2500 v.Chr.
unbekannt
unbekannt
verformbares, silbernes Metall; oktaedrische Kristallstruktur

Silber

Symbol: Ag
Ordungszahl: 47

1. Nebengruppe (Kupfergruppe)

Namensbedeutung
Entdeckung
Vorkommen
Eigenschaften
Biologische Bedeutung
Isotope
Verwendung


Namensbedeutung

argentum (lat.): Silber (engl.: silver)

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Entdeckung

Silber gehört zusammen mit und zu den Metallen, die den Menschen seit frühester Zeit bekannt waren. Die ältesten Funde von Schmuck aus dem Edelmetall werden auf ungefähr 4000 vor Christus datiert. Da Silber gediegen vorkommt und sehr weich ist, kann es auch ohne große metallurgische Kenntnisse bearbeitet werden. Das Metall wurde in den frühen Hochkulturen ausschließlich zu Schmuck und wertvollen Luxusgegenständen verarbeitet. Im alten Ägypten war es einige Zeit sogar doppelt so wertvoll wie Gold! Die sog. "Treibarbeit", ein in veränderter Form heute noch gebräuchliches Verfahren zur Gewinnung von Silber aus Erzen, war schon im antiken Griechenland um 600 v. Chr. bekannt. Die Römer bezogen den Großteil ihres Silbers aus Spanien. Schon damals wurde es zum Münzmetall. Im Mittelalter war Deutschland der wichtigste Silberproduzent in Europa. Diese dominierende Stellung sollte es erst mit der Entdeckung Amerikas verlieren. Seine Bedeutung als bedeutendes Münzmetall hat es bis heute nicht eingebüßt. In den 30-er Jahren unseres Jahrhunderts war Silber einige Zeit so billig, daß man es sogar für Konservendosen verwendete, nur um zu sparen!

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Vorkommen

Der Anteil von Silber am Aufbau der Erdkruste wird auf 0,000006 Gewichtsprozent beziffert. Mit diesem Anteil ist es immerhin knapp 20-mal häufiger als Gold. In der Natur kommt es oft gediegen vor und ist meist mit anderen Metallen vergesellschaftet. Silber fällt daher in größeren Mengen als Nebenprodukt der Kupfer- und Bleigewinnung an. Von den Silber-Mineralien seien hier folgende genannt: Argentit (Silberglanz), Fahlerz, Hornsilber, Miargyrit (Silberantimonglanz), Rotgiltigerz und Stromeyerit (Kupfersilberglanz). Große Silber-Vorkommen findet man in Mexiko, Bolivien, Peru und Argentinien (daher der Landesname). Außerdem sind die Vereinigten Staaten, Australien, die GUS und Kanada zu nennen. In Deutschland wird Silber in Mansfelder Kupferschiefer gefunden.

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Eigenschaften

Silber ist ein weiches, verformbares, silbernes Metall, das ein oktaedrisches Kristallgitter aufweist. Das Edelmetall läßt sich zu sehr dünnen Folien auswalzen oder zu Drähten ausziehen. An Luft und im Wasser ist Silber beständig. Verunreinigungen der Luft durch Schwefelwasserstoff verursachen allerdings ein schwarzes Anlaufen des Metalls, so daß Tafelsilber beispielsweise regelmäßig gereinigt werden muß. Von nichtoxidierenden Säuren (z.B. Salzsäure) wird es nicht angegriffen. Von Salpetersäure und heißer, konzentrierter Salpetersäure wird es zersetzt. Silber hat die besten elektrische und thermische Leitfähigkeit aller Metalle; da es aber selten und teuer ist, wird ihm als Kabelmaterial vorgezogen. Auch gegenüber Alkalilaugen ist es resistent. Silber kann die Oxidationszustände +1, +2 und +3 annehmen. In seinen Verbindungen hat es aber fast ausschließlich die Stufe +1. Die wichtigsten Silber-Verbindungen sind Halogenide wie Silberbromid, Silberchlorid und Silberiodid. Außerdem sind Silberoxid, Silbernitrat und Silbersulfid zu nennen. Die meisten Silber-Verbindungen sind sehr empfindlich gegenüber Lichteinwirkung.

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Biologische Bedeutung

Silber ist für Tiere und Pflanzen nicht essentiell. Biologische Funktionen sind nicht bekannt. Silber-Ionen töten Bakterien und andere Kleinstlebewesen ab. Für den Menschen ist es praktisch ungiftig, da es bei oraler Aufnahme vom Darm so gut wie nicht resorbiert und nahezu vollständig wieder ausgeschieden wird. Der MAK-Wert in Deutschland für Silberstaub wurde mit 0,01 mg/m³ festgelegt.

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Isotope

Silber hat zwei stabile Isotope Ag-107 mit einem Anteil von 51,8% und Ag-109 mit 48,2%. Außerdem sind 26 instabile Radionuklide bekannt. Die längste Halbwertszeit hat Ag-108 mit 127 Jahren. Am schnellsten zerfallen Ag-122 (HWZ.: 0,48 s) und Ag-123 (0,39 s). Das Isotope Ag-110 (HWZ.: 250 Tage) in der kernphysikalischen Forschung verwendet.

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Verwendung

Die Weltproduktion von Silber lang 1992 bei 13.820 Tonnen. Somit ist die Menge seit 1985 (13.480 t) nahezu konstant geblieben. Wichtigsten Förderland ist heute wie 1985 Mexiko (17%), gefolgt von den Vereinigten Staaten (13%), Peru (11%) und Australien (8,7%). Deutschland ist mit einer Produktionsmenge von zwei Tonnen unter ferner liefen. Der Bedarf an neugewonnenem Silber geht zurück, da immer größere Mengen recycelt werden. Die Recyclingqoute im industriellen Bereich liegt inzwischen über 50%. Den höchsten Silberverbrauch haben die Vereinigten Staaten, Japan und Deutschland. Silber ist einerseits ein beliebtes Schmuckmetall. Mehr als 50% werden aber in Fotochemikalien verarbeitet. Weitere Einsatzbereiche sind elektrische Leiter und Kontakte, Münzen, Verspiegelungen, Batterien, Zahnkronen bzw. -füllungen und chemische Apparaturen. Silberiodid wird teilweise zur Wettermanipulation genutzt, um Wolken zum abregnen zu bringen.




Rutherford Online - Lexikon der Elemente 2006
Elementbeschreibungen: Silber
http://www.uniterra.de/rutherford

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