ELEMENTDATEN
Position von Iod im PSE

Iod (OZ: 53)
VII. Hauptgruppe
Halogene
Normalzustand
Feststoff - Nichtmetall
schuppige, grau-schwarze, metallisch-glänzende Kristalle
7553-56-2
53
126,90447
7,60

133,1 pm
220 (-1) pm
133,3 pm
Konfiguration [Kr] 4d10 5s² 5p5
Oxidationszahlen 7, 5, 1, -1
Ionisierungseng. 10,451
Dichte 4,94 g/cm³

2,66
2,2
6,76 eV

386.65 K
113,5 °C
457.55 K
184,4 °C
Natürliche Isotope
I-127: 100%
Entdeckung
1804
Courtois
Frankreich
schuppige, grau-schwarze, metallisch-glänzende Kristalle

Iod

Symbol: I
Ordungszahl: 53

VII. Hauptgruppe (Halogene)

Namensbedeutung
Allgemein
Eigenschaften
Biologische Bedeutung
Isotope
Verwendung


Namensbedeutung

ioeides (grch.): violett − aufgrund der violetten Dämpfe, die festes Iod bereits bei Raumtemperatur bildet. (engl.: iodine)

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Allgemein

Der Franzose Bernard Courtois entdeckte Iod 1811 bei der Untersuchung von Braunalgen der Gattung Laminaria aus der Nordsee. − In der Natur tritt Iod − wie die anderen Halogene − niemals elementar auf. Sein Anteil am Aufbau der Erdkruste wird mit 0,00006 Gewichtsprozent angegeben. Trotz dieses geringen Prozentsatzes ist Iod in geringen Spuren praktisch allgegenwärtig. In allen Böden, in Mineralien und Gesteinen, in Gewässern und sogar in der Luft in es in kleinen Konzentrationen nachweisbar. Die wichtigsten Iod-Mineralien sind Lautarit und Dietzeit. Früher wurde Iod in nennenswerten Mengen aus Algen gewonnen; heute gewinnt man es fast ausschließlich aus Chilesalpeter, in dem es bis zu 0,4% enthalten ist. Die mittlere Iod-Konzentration im Meereswasser liegt bei 60 ppb, ist aber starken Schwankungen unterlegen. Im Wasser von Flüssen liegt der Wert bei ca. 5 ppb und kann in Mineralquellen den ppm-Bereich erreichen.

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Eigenschaften

Iod ist grau-schwarzer, metallisch-glänzender Feststoff, der schuppige Kristalle bildet. Bereits bei Normaltemperatur bildet Iod violette Dämpfe. Obwohl Iod ein Nichtmetall ist, zeigt es doch gewisse metallische Tendenzen, indem es elektrischen Strom leitet. Iod ist weniger reaktiv als die leichteren Halogene und hat eine geringere Elektronegativität als sie. Seine Wasserlöslichkeit ist schwach ausgeprägt. Dagegen löst es sich außerordentlich gut in organischen Lösungsmitteln. − Wichtige Verbindungen sind Iodide, Iodwasserstoff, Iodoform. Wegen der Giftigkeit von Iod wurde der MAK-Wert in Deutschland auch 1 mg/m³ festgelegt.

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Biologische Bedeutung

Iod ist in geringen Mengen für viele biologische Arten essentiell. Bei einigen Braunalgen beträgt der Anreicherungsgrad bis zu 0,45% des Gewichts der Trockenmasse, so daß sich eine industrielle Gewinnung zeitweise lohnte. Hohe Konzentrationen findet man außerdem in Muscheln, Schwämmen, Korallen und Meeresfischen. Auch für den Menschen und alle Säugetiere ist es lebensnotwendig und wird als Iodid aufgenommen. Der Tagesbedarf für den Menschen liegt bei 0,1 − 0,2 mg. Die toxische Dosis ist 2 mg und Mengen zwischen 35 − 350 g wirken tödlich. Bei Iodmangel kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse und Kropfbildung führen. In einer Person mit einem Durchschnittsgewicht von 70 kg findet man Konzentration von 12 bis 20 mg. In Dampfform reizt Iod Haut, Augen und Schleimhäute.

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Isotope

Iod hat nur ein einziges stabiles Isotop mit der Massenzahl 127. Von den 32 instabilen Radionukliden hat I-129 mit 15,7 Mio. Jahren die längste Halbwertszeit. An schnellsten zerfallen I-142 mit 0,2 Sekunden und I-141 mit 0,4 Sekunden Halbwertszeit. Das radioaktive Isotop I-131 wurde lange Zeit in der medizinischen Diagnostik und vor allem für die Schilddrüsentherapie verwendet. Wegen seiner hohen Radiotoxizität ist es inzwischen durch das weniger gefährliche I-128 ersetzt worden. Bei Atomwaffenversuchen und Reaktorunfällen − wie die Katastrophe von Tschernobyl − wurden große Mengen radioaktiven Iods frei, das im menschlichen Körper vor allem in der Schilddrüse inkorporiert wird. Als vorbeugende Schutzmaßnahme gegen diese Inkorporation werden Iodtabletten verordnet, die Kaliumiodid enthalten und aufgrund der Anreicherung eine weitere Iod-Aufnahme verhindern.

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Verwendung

Die Weltproduktion liegt jährlich zwischen 12.000 − 15.000 Tonnen. Iod und seine Verbindungen haben deutliche geringe Bedeutung als die vorhergehenden Halogene. Es wird in der chemischen Industrie als Katalysator bzw. Stabilisator in Bereichen wie der Erstellung von Farben, Gummi und Kunststoffen eingesetzt. Als Silberiodid wird in der Fotografie verwendet. Es wird zur Herstellung pharmazeutischer Präparate und von Zusätzen in Futtermitteln benutzt. Außerdem dient es in Form von Iodtinktur als Antiseptikum und Desinfektionsmittel.




Rutherford Online - Lexikon der Elemente 2006
Elementbeschreibungen: Iod
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