Wolfram
Symbol: W
Ordungszahl: 74
6. Nebengruppe (Chromgruppe)
Namensbedeutung
Entdeckung
Vorkommen
Eigenschaften
Isotope
Verwendung
Namensbedeutung
Das Element ist nach den Mineral Wolframit benannt. Wie bei Nickel stammt auch hier der Name aus dem erzgebirgischen Bergbau und Hüttenwesen. Wolframit wurde als unbrauchbares Begleitmineral beim Abbau von Zinnerz mit zu Tage gefördert. Die Bergleute erzählten sich, daß Wölfe das Zinnerz auffressen würden und aus dem dabei heruntertropfenden Speichel − "Wolfrahm" − das unnütze Mineral entstehe. Im englischen und französischen Sprachraum wird "tungsten" verwendet: "tung sten" (schwed.): schwerer Stein.
Entdeckung
Obwohl mit Wolframit bereits seit dem Mittelalter ein wichtiges Wolfram-haltiges Mineral bekannt war, wurde das Element selbst erst im 18. Jahrhundert entdeckt. Die metallische Form des Elements wurde noch relativ unrein von den spanischen Brüdern Juan José und Fausto de Elhuyar 1783 erstmals dargestellt, nachdem C.W. Scheeles Untersuchungen an "Tungstein" (Scheelit) deutliche Hinweise auf ein neues Element gegeben hatten.
Vorkommen
| Häufigkeiten | in % | in ppm |
| Weltall | 0,0000001 | 0,0005 |
| Sonne | 0,0000001 | 0,00076 |
| Erdkruste | 0,0001 | 1 |
| Meer | 0,00000001 | 0,00012 |
| Mensch | k.A. | k.A. |
Der Anteil von Wolfram an der Bildung der Erdkruste liegt bei ca. 0,0001 Gew.-%. In der Natur kommt es stets gebunden vor. Die wichtigsten Wolfram-Mineralien sind Wolframit (FeWO4 mit MnWO4), Scheelit oder "Tungstein" (CaWO4) und Stolzit (PbWO4). Vorkommen: Knapp drei Viertel der Fördermenge von Wolframerzen stammt aus China.
Eigenschaften
Metallisches Wolfram ist ein graues Pulver mit kubisch-raumzentrierter Gitterstruktur. An Luft ist es wegen einer passivierenden Oxidschicht sehr beständig. Unter Normalbedingungen wird es kaum von Säuren und überhaupt nicht von Alkalien angegriffen. In seinen chemischen Eigenschaften steht es Molybdän nahe. Wolfram hat den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle und ist darüber hinaus außerordentlich hart: Widia-Metalle haben eine ähnliche Härte wie Diamant. − Wichtige Wolfram-Verbindungen sind Wolfram(VI)-oxid und Wolframcarbid.
Isotope
Wolfram ist ein Gemisch aus fünf stabilen Isotopen: W-180 (0,130%), W-182 (26,3%), W-183 (14,3%), W-184 (30,67%) und W-186 (28,6%). Außerdem gibt es 24 Radionuklide, von denen W-181 mit 121 Tagen die längste Halbwertszeit hat.
Verwendung
Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 wurden erstmals Stähle, die Wolfram-haltig waren, gezeigt. Seither ist die Bedeutung des Schwermetalls stetig gestiegen. Heute liegt die jährliche Weltfördermenge zwischen 45.000 und 80.000 Tonnen. Es wird überwiegend für Legierungen in Stählen eingesetzt, an die höchste Anforderungen in puncto Härte und Beständigkeit gegen permanent hohe Temperaturen gestellt werden. Unter anderem verwendet man es in Glühdrähten.
Rutherford Online - Lexikon der Elemente 2006
Elementbeschreibungen: Wolfram
http://www.uniterra.de/rutherford
© 1995 - 2006 Uniterra - Berlin
Alle Rechte vorbehalten.
