Platin
Symbol: Pt
Ordungszahl: 78
8. Nebengruppe (Platingruppe)
Namensbedeutung
Entdeckung
Vorkommen
Eigenschaften
Isotope
Verwendung
Namensbedeutung
platina (span.): kleines Silber (engl.: platinum)
Entdeckung
Die ersten nachweisbaren schriftlichen Zeugnisse über die Existenz von Platin stammen von dem italienischen Gelehrten Julius Cesare Scaliger aus dem Jahre 1557. Spanische Goldsucher hatten das Metall seinerzeit aus dem Gebiet des heutigen Kolumbien von den Mayas geraubt. Das bedeutet, daß das Metall den dortigen Ureinwohnern schon mindestens seit zweihundert Jahren bekannt gewesen sein mußte. Da es für die spanische Schmiede kaum zu bearbeiten war, galt es als minderwertig. Bei dem damals untersuchten Platin hat es sich vermutlich um eine Legierung mit Gold gehandelt. Eine genauere Beschreibung stammt aus dem Jahre 1748. Sie wurde von dem Spanier Don Antonio de Ulloa bei einer französischen Expedition nach Ekuador angefertigt. Seit der Mitte des 18. Jahrhundert rückte Platin verstärkt ins Blickfeld wissenschaftlichen Interesses. Die verstärkte Beschäftigung mit den Eigenschaften des Metalls führte Anfang des 19. Jahrhunderts dazu, daß binnen eines Jahres vier Platinbegleiter entdeckt wurden. 1843 entdeckten russische Mineralogen im nördlichen Ural so reichhaltige Platinvorkommen (unter anderem einen 15 Kilogramm schweren Platinklumpen), daß einige Zeit lang Rubelmünzen aus Platin geprägt wurden.
Vorkommen
| Häufigkeiten | in % | in ppm |
| Weltall | 0,000001 | 0,005 |
| Sonne | 0,000001 | 0,0081 |
| Erdkruste | 0,000001 | 0,01 |
| Meer | k.A. | k.A. |
| Mensch | k.A. | k.A. |
Platin ist zwar ein seltenes Metall, aber immerhin das häufigste seiner Gruppe und es ist häufiger als Gold! Vorkommen: Die wichtigsten Förderländer sind Südafrika, Rußland, Kanada und Kolumbien.
Eigenschaften
Reines Platin ist verformbares, silbrig-weißes Edelmetall. An Luft und Wasser sowie gegenüber Säuren ist es beständig. Platin löst sich allerdings in heißem Königswasser zu Hexachloroplatin(VI)-säure. Auch von geschmolzenen Alkalien wird es gelöst. Ähnlich wie Palladium kann auch Platin ein großes Volumen von Wasserstoff aufnehmen, das in diesem Falle das eigene um das 100-fache überschreiten kann. Es bildet leicht Legierungen mit anderen Schwermetallen, die sich durch große Härte auszeichnen. Außerdem hat es die Tendenz zur Bildung von Komplexen. Platin geht leicht Legierungen mit anderen Schwermetallen − wie zum Beispiel Iridium − ein. Die Mohs'sche Härte beträgt 4,5.
Isotope
Platin ist ein Gemisch aus sechs stabilen Isotopen: Pt-190 (0,01%), Pt-192 (0,79%), Pt-194 (32,9%), Pt-195 (33,8%), Pt-196 (25,3%) und Pt-198 (7,2%). Insgesamt 27 Radionuklide sind bekannt. Am langsamsten verfällt Pt-193 mit einer Halbwertszeit von ungefähr 50 Jahren.
Verwendung
Jährlich werden heute ca. 30 Tonnen Platin gefördert. Wegen seiner Fähigkeit, große Mengen Wasserstoffgas aufzunehmen, hat es große Bedeutung in sog. Hydrierkatalysatoren. Platin wird heute in den modernen Drei-Wege-Katalysatoren von Kraftfahrzeugen eingesetzt. Zusammen mit Iridium bildet es ausgesprochen harte und temperaturresistente Legierungen. Aus einer Platin-Iridium-Legierung bestehen beispielsweise wichtige Eichmaße wie das Pariser Urmeter oder das Prototyp-Kilogramm. Platinlegierungen werden unter anderem auch für Schmelztiegel, Elektroden, Spinndüsen oder in der Zahntechnik verwendet.
Rutherford Online - Lexikon der Elemente 2006
Elementbeschreibungen: Platin
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