ELEMENTDATEN
Position von Gold im PSE

Gold (OZ: 79)
1. Nebengruppe
Kupfergruppe
Normalzustand
Feststoff - Metall
weich, dehnbar, gelb-glänzend, kubisch-flächenzentriertes Gitter
7440-57-5
79
196,96654
4,20

144,2 pm
91 (+3) pm
134 pm
Konfiguration [Xe] 4f14 5d10 6s
Oxidationszahlen 3, 1
Ionisierungseng. 9,225
Dichte 19,32 g/cm³

2,54
1,4
5,77 eV

1337.58 K
1064,4 °C
3213.0 K
2940 °C
Natürliche Isotope
Au-197: 100% (7,8 s)* *metastabiles Isotop; in Klammern: HWZ des metastabilen Zustands
Entdeckung
5000 v.Chr.
unbekannt
unbekannt
weiches, dehnbares, gelb-glänzendes Metall; kubisch-flächen- zentriertes Gitter

Gold

Symbol: Au
Ordungszahl: 79

1. Nebengruppe (Kupfergruppe)

Namensbedeutung
Entdeckung
Vorkommen
Eigenschaften
Isotope
Verwendung


Namensbedeutung

aurum (lat.): Gold; aurora (lat.): Morgenröte (engl.: gold)

nach oben

Entdeckung

Gold gehört zusammen mit und zu den Metallen, die den Menschen seit frühester Zeit bekannt waren. Die ältesten Schmuckstücke aus Gold werden auf 5000 vor Christus datiert. Seit dieser Zeit hat das Edelmetall die Menschen nicht mehr losgelassen. Anfangs wurde Gold, dem man in fast allen frühen Kulturen magische Kraft beimaß, nur kalt bearbeitet. Spätestens im 3. Jahrtausend v. Chr. konnten es ägyptische Schmiede auch schmelzen und in Formen gießen. Schon früh wurde es nicht nur für Schmuckgegenstände und wertvolle Grabbeigaben, sondern auch als Zahlungsmittel verwendet. Und da es sich allgemeiner Wertschätzung erfreute, war es wohl das erste "universelle Zahlungsmittel" überhaupt. Gold war schon im alten Ägypten so begehrt, daß die Goldsucher der Pharaonen im 13. vorchristlichen Jahrhundert bis ins nördliche Südafrika vordrangen. Gleichzeitig wurden Methoden entwickelt, Legierungen zu schmelzen, die Gold härter machten oder nur vortäuschen sollten. Aufgrund der Vorstellung von Materie, wie sie griechische Philosophen formulierten, glaubte man ungefähr seit dem vierten Jahrhundert v. Chr., man könne Gold auch aus anderen Stoffen herstellen. − Diese trügerische Hoffnung sollte die Alchimisten noch bis ins 17. Jahrhundert intensiv beschäftigen. − Die Römer gewannen Gold im besetzten Spanien, in Gallien und Germanien. Obwohl in Rom um die Zeitenwende bereits Goldmünzen herausgegeben wurden, erreichte es doch nie die Bedeutung von als Währungsmetall, woran sich bis in unser Jahrhundert nichts ändern sollte. Um 300 n. Chr. mußte die Fälschung von Gold so große Ausmaße angenommen haben, daß der römische Kaiser Diokletian das Dekret erließ, alle Schriften, die Anleitungen zu dessen Fälschung enthielten, vernichtet werden müssen. Nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus 1492 war das gelbe Metall immer wieder für eine Krankheit des Geistes verantwortlich: Das Goldfieber. Dem Menschen, den sie befiel, raubte sie jede Moral und ließ sie alle sozialen Bindungen vergessen. Allein die Suche nach dem sagenhaften Eldorado − einer Stadt aus purem Gold − beflügelte die spanischen und portugiesischen Eroberer, die nach Amerika aufbrachen. Der Raub der Gold- und Silberschätze der Inkas und Azteken brachten der spanischen Krone ungeahnten Reichtum und als Begleiteffekt Inflation. Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckte man Gold in Sibirien und Kalifornien und 30 Jahre später in Alaska und am Yukon. Der amerikanische Goldrausch ist in die Geschichte eingegangen und wurde in zahllosen Romanen und Geschichten verarbeitet. Selbst unser Jahrhundert blieb von der Goldkrankheit nicht verschont: Als man im brasilianischen Urwald lohnende Vorkommen entdeckte, zog es in den 80er Jahren Tausende verarmter Bauern und Slumbewohner in die tropischen Regenwälder, wo ganze Landstriche systematisch umgegraben wurden.

nach oben

Vorkommen

Gold ist sehr selten; sein Anteil am Aufbau der Erdkruste liegt bei 0,0000005 Gewichtsprozent. Das Edelmetall kommt ganz überwiegend gediegen vor. Generell unterscheidet man zwischen Berggold (primäre Lagerstätten) und den Auswaschungen durch Gesteinsverwitterungen (sekundäre Lagerstätten). Diese sekundären Ablagerungen bezeichnet man auch als Wasch- bzw. Seifengold. Die größten Gold-Vorkommen findet man in Südafrika, Kalifornien, Australien, Kanada und GUS. Einige Gold-Mineralien sind bekannt: Calaverit, Kalgoorlit und Sylvanit, bei denen es sich um Telluride handelt. Die mittlere Goldkonzentration im Meereswasser liegt bei 30 ppt.

nach oben

Eigenschaften

Gold ist ein weiches, dehnbares, gelb-glänzendes Metall, das eine kubisch-flächenzentrierte Gitterstruktur aufweist. Es ist neben das einzige farbige Metall. Von allen Metallen ist es am dehnbarsten; es läßt sich deshalb zu extrem dünnen Folien oder Blättchen auswalzen, die nur 0,1 µm dick sind und grünlich durchscheinen. Obwohl Gold sehr gute thermische und elektrische Eigenschaften hat, liegen diese um 30% niedriger als die von Silber. Aufgrund seines edlen Charakters wird es weder von Luft und Wasser, noch von konzentrierten Säuren und Laugen angegriffen oder irgendwie verändert. Nur von Königswasser wird es gelöst. Bei diesem Prozeß entsteht Tetrachlorogold(III)-säure. Wenn man Gold(III)-Lösungen in Zinn(II)-chlorid reduziert, entsteht eine tiefrote Flüssigkeit, in der Gold in purpurroten Kolloiden (Cassius'scher Goldpurpur) gelöst ist. In den meist recht instabilen Gold-Verbindungen nimmt das Element häufig die Oxidationsstufe +3 und +1 ein. Die Oxidationszustände +2 und +5 sind sehr selten. Wichtige Gold-Verbindungen sind: Gold(III)-chlorid, Tetrachlorogold(III)-säure, Natriumtetrachloroaurat und Kaliumchloroaurat. − Gold ist für biologische Organismen weder essentiell, noch sind irgendwelche biologischen Funktionen bekannt. Gold und unlösliche Gold-Salze sind nicht toxisch.

nach oben

Isotope

Gold hat nur ein stabiles Isotop mit der Massen 197. Außerdem gibt insgesamt 27 bekannte Radionuklide, deren Halbwertszeit zwischen 183 Tagen (Au-195) und 1,25 Sekunden (Au-176) liegen.

nach oben

Verwendung

Seit Beginn der Goldförderunge sind schätzungsweise 100.000 Tonnen des Edelmetalls gefördert worden. Die heute gesicherten Lagerstätten werden auf rund 50.000 Tonnen geschätzt. Nahezu die Hälfte dieser Lagerstätten befinden sich in Südafrika. Weltweit wurden 1990 knapp 2000 Tonnen Gold gewonnen. Über 30% der Fördermenge stammen aus Südafrika; weitere 14,5% kamen aus den Vereinigten Staaten, 12,5% aus der GUS und 8,4% aus Kanada. Die Fördermenge der russischen Föderation ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Die Recyclingquote von Gold für industrielle Zwecke liegt schon lange sehr hoch, so daß die Goldnachfrage nicht gestiegen ist und eine leicht fallende Tendenz hat. Ein Großteil der Goldmenge wird zu Schmuckgegenständen verarbeitet. Die Goldreserven der nationalen Zentralbanken diente lange als Gegenwert für das im Umlauf befindliche Papiergeld, wobei diese Reservewährung an wirtschaftlicher Bedeutung verloren hat. Auch Goldmünzen haben inzwischen als Zahlungsmittel keine praktische Bedeutung, sondern sind eher Sammlerstücke. In Legierung mit anderen Metallen dient es in der Zahnmedizin als Zahnkronen und -füllungen. Ferner wird es für Elektronikbauteile, zum Vergolden und für chemische Apparaturen verwendet. Spezielle Reflektoren für UV-Licht werden mit Gold beschichtet.




Rutherford Online - Lexikon der Elemente 2006
Elementbeschreibungen: Gold
http://www.uniterra.de/rutherford

© 1995 - 2006  Uniterra - Berlin
Alle Rechte vorbehalten.