ELEMENTDATEN
Position von Thallium im PSE

Thallium (OZ: 81)
III. Hauptgruppe
Borgruppe
Normalzustand
Feststoff - Metall
weich, dehnbar, hellgrau, hexagonale und kubische Struktur
7440-28-0
81
204,3833
5,00

170,4 pm
149 (+1) pm
155 pm
Konfiguration [Xe] 4f14 5d10 6s² 6p
Oxidationszahlen 3, 1
Ionisierungseng. 6,108
Dichte 11,85 g/cm³

1,62
1,4
3,2 eV

576.7 K
303,6 °C
1730.0 K
1457 °C
Natürliche Isotope
Tl-203: 29,524% Tl-205: 70,476%
Entdeckung
1861
Crookes
England
weiches, dehnbares, hellgraues Metall; hexagonale und kubische Struktur

Thallium

Symbol: Tl
Ordungszahl: 81

III. Hauptgruppe (Borgruppe)

Namensbedeutung
Allgemein
Eigenschaften
Isotope
Verwendung


Namensbedeutung

thallos (grch.): grüner Zweig; das Element wurde nach seiner leuchtend grünen Spektrallinie benannt. (engl.: thallium)

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Allgemein

Der englische Privatgelehrte William Crookes entdeckte das Element 1861 mit Hilfe der einige Jahre zuvor von Bunsen und Kirchhoff entwickelten Spektralanalyse. Unabhängig von Crookes hatte der Franzose Claude-Auguste Lamy Thallium entdeckt, was in der Folgezeit zu einem heftigen Prioritätenstreit führte und schließlich zugunsten des Engländers entschieden wurde. Thallium ist das letzte Element der Borgruppe. In freier Natur tritt es niemals ungebunden auf. Sein Anteil an der Bildung der Erdkruste wird auf 0,0001 Gewichtsprozent geschätzt. Thallium ist Begleitelement von Eisen-, Blei- und Kupfererzen. Auch bei der Aufarbeitung von Zinkerzen fällt es als Nebenprodukt an. Wichtige Thallium-Mineralien sind Crookesit, Lorandit und Vrbait. Diese sind allerdings so selten, daß sie nicht abbauwürdig sind.

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Eigenschaften

Thallium gleicht in seiner Erscheinung Blei; es ist ein weiches, dehnbares, hellgraues Schwermetall, das in zwei Modifikationen auftritt: es hat unter Normalbedingungen hexagonale und über 233°C kubische Gitterstruktur. Das Element mit 303°C niedrigschmelzend. An feuchter Luft läuft es sehr schnell dunkelgrau an, weil sich eine Thallium(I)-Oxidschicht bildet. Von Alkalilaugen wird das Metall nicht angegriffen. Thallium selbst und alle seine Verbindungen sind sehr giftig; es ist eines der giftigsten Schwermetalle überhaupt. Thalliumsulfat wurde deshalb lange Zeit als wirksames Rattengift eingesetzt. Eine Vergiftung selbst mit geringsten Mengen Thallium führt beim Menschen zu Haarausfall. − Wichtige Thalliumverbindungen sind außerdem: Thalliumoxid, Thallium(I)-hydroxid und Thallium(I)-carbonat.

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Isotope

Thallium hat zwei stabile Isotope Tl-203 (29,5%) und Tl-205 (70,5%). Von den 26 bekannten Radionukliden hat Tl-204 mit einer Halbwertszeit von 3,78 Jahren die längste Zerfallsrate.

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Verwendung

Die Weltproduktion schwankt gegenwärtig zwischen 50 und 700 Tonnen pro Jahr. Die wirtschaftliche Bedeutung von Thallium ist deshalb recht gering. Dies ist auch durch die hohe Toxizität des Schwermetalls und seiner Verbindungen bedingt. Die Anwendungen beschränken sich auch die Herstellung von Spezialgläsern und Einsatzbereiche in der Halbleitertechnik.




Rutherford Online - Lexikon der Elemente 2006
Elementbeschreibungen: Thallium
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