Radon
Symbol: Rn
Ordungszahl: 86
VIII. Hauptgruppe (Edelgase)
Namensbedeutung
Entdeckung
Vorkommen
Eigenschaften
Isotope
Verwendung
Namensbedeutung
radius (lat.): Strahl; wegen seiner radioaktiven Strahlung (engl.: radon)
Entdeckung
Als Ramsey und sein Mitarbeiter Travers im Jahre 1898 innerhalb kurzer Zeit die Edelgase Neon, Krypton und Xenon entdeckt hatten, schien die Gruppe dieser Elemente vollständig zu sein. Nach der Entdeckung des Radiums war Forschern aufgefallen, daß alle Stoffe in unmittelbarer Umgebung von Radiumsalzen wie diese radioaktiv werden. Diese Stoffe verlieren die Eigenschaft zu strahlen nach kurzer Zeit wieder, wenn man die Radiumsalze entfernt. Der deutsche Physiker Friedrich Ernst Dorn war einer der ersten, der sich mit diesem Phänomen beschäftigte. Hierbei entdeckte er im Jahr 1900 ein radioaktives Gas, das er Radium-Emanation nannte. Zwischen 1908 und 1910 isolierten Ramsey und Gray das Gas, analysierten sein Spektrum und bestimmten die Dichte. Sie erkannten, daß es das schwerste bekannte Gas war. Als Namen schlug er "Niton" (nitens lat.: glänzen) vor, in Anlehnung an das phosphoreszenzartige Leuchten des verflüssigten Gases in einer Glasröhre. 1931 legte schließlich die "Internationale Kommission für Radioaktivität" Radon als den endgültigen Namen für das Element fest.
Vorkommen
| Häufigkeiten | in % | in ppm |
| Weltall | k.A. | k.A. |
| Sonne | k.A. | k.A. |
| Erdkruste | k.A. | k.A. |
| Meer | k.A. | k.A. |
| Mensch | k.A. | k.A. |
Radon ist ein Element der 6. Periode und der VIII. Hauptgruppe mit der Ordnungszahl 86. Es gehört zusammen mit Helium, Neon, Argon, Krypton und Xenon einer Gruppe von Elementen. Radon ist das seltenste Edelgas. Es ist als radioaktives Zwischenprodukt überall dort vorhanden, wo die Zerfallsprodukte von Radium oder Uran frei werden. So stellt es ein nicht unerhebliches Problem beim Untertageabbau von Uranerz dar und kann bei Bergarbeitern zu Lungenkrebs führen. Auch in Gebäuden treten in Abhängigkeit vom Baumaterial und Untergrund Radon-Immissionen auf. In der Atmosphäre spielt es aufgrund der kurzen Halbwertszeit praktisch keine Rolle. In bestimmten Quellgewässern − wie z.B. Hot Springs, Arkansas − ist es zu finden.
Eigenschaften
Unter Normalbedingungen ist Radon ein farbloses und geruchloses Gas. Es zeigt mit -61,8°C den höchsten Siedepunkt aller Edelgase. Die Eigenschaften von Radon werden durch die abgeschlossene Valenzelektronenschale bestimmt. Diese sog. Edelgasschale ist sehr stabil. Dies wird durch die ungewöhnlich hohen Ionisierungsenergien deutlich. Alle Edelgase zeigen die jeweils höchste Ionisierungsenergie ihrer Periode, wobei die Werte innerhalb der Gruppe mit steigender Atommasse stetig abnehmen (von Helium mit 24,6 eV zu Radon mit 10,7 eV). Die Ionisierungsenergie von Radon liegt bei 10,7 eV. Alle Edelgase sind äußerst reaktionsträge. Sie werden deshalb auch als inerte Gase bezeichnet. Chemisch ähnelt Radon dem Xenon. Die Erforschung seiner Chemie wird aber durch die Radioaktivität des Elements beeinträchtigt. Es gibt aber Anzeichen, daß es einige Komplexe und ein Difluorid bildet. Radon ist wie alle Edelgase nicht essentiell für Organismen. Es kann vielmehr beim Menschen Krebs erzeugen. So wird geschätzt, daß in Großbritannien mindestens 6% der jährlich 41.000 Lungenkrebstoten auf die Wirkung von Radon-Immissionen zurückzuführen sind.
Isotope
Von Radon sind nur radioaktive Isotope bekannt. Die 28 verschiedenen instabilen Isotope haben Halbwertszeiten zwischen einigen Stunden und wenigen Nanosekunden. Nur Radon-222 hat eine Zerfallsrate von 3,8 Tagen.
Verwendung
Im kommerziellen Rahmen wird das Element nicht eingesetzt. Es wird aber bis heute für therapeutische Zwecke in der Medizin und als Tracer in der Forschung verwendet.
Rutherford Online - Lexikon der Elemente 2006
Elementbeschreibungen: Radon
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